Malgosia

Malgosia Wojsa vor mehr als 10 JahrenMalgosia ist 1994 ohne Arme und Beine auf die Welt bekommen. Der Deutsche Caritasverband wandte sich vor 13 Jahren an unsere Hilfsgemeinschaft für Kranke und Behinderte in Polen e.V. Freiburg, mit der Bitte, ihr nach Möglichkeiten zu helfen. Da unsere Zielsetzung ist, den Individualpersonen in großer Not in Polen zu helfen, haben wir die damals 6 Jahren alten Malgosia erste Versorgung mit dem Gehapparat (Anprobe)Malgosia in unser Hilfsprogramm aufgenommen. Da unsere Hilfsgemeinschaft ihre Hilfsaktivitäten ausschließlich über Spenden von privaten Personen sowie von diversen kirchlichen wie laienhaften Organisationen finanziert, wandten wir uns auch an Ihre Zeitung, um uns bei der Durchführung der Hilfsmaßnahme zu helfen. Sie veröffentlichten mehrere Artikel über unsere Arbeit in der Region für Behinderte in Polen und speziell über Malgosia.

Da der Fall der damals noch kleinen Malgosia technisch sehr kompliziert war, nahmen wir Kontakt mit dem Sanitätshaus H.G.Schaub aus Freiburg, das sich der Hilfsaktion mit Leib und Seele angeschlossen hat. Es kam zu mehreren Hilfsmaßnahmen wie Herstellung eines und im Verlauf der Zeit mehreren Laufapparate, sogar auch Handprothesen, die durch Muskelimpulse von der Malgosia gesteuert wurden.

Was für uns selbstverständlich ist, musste Malgosia dank der Hilfen sich aneignen und an ihr eigenes Leben adaptieren.

Der Satz ist uns bis heute im Gedächtnis geblieben: „ Mama, bleib´ stehen!! Ich komme zu dir!!!“. Ein Satz von Maslgosia, der Dank des Lautapparates ausgesprochen wurde. Malgosia konnte plötzlich wie als großes Mädchen laufen. Der Laufapparat war mit Beinprothesen und einem Gestell versehen, der durch Schwenken der Hüften von Malgosia in Gang gesetzt wurde.

Weitere Versorgung mit dem Gehapparat

Malgosia mit dem Gestell des Laufapparates

Malgosia mit dem Gestell des Laufapparates

Malgosia mit dem neuen LaufapparatGeholfen wurde ihr nicht nur durch orthopädische Versorgung sondern auch durch klassische Behindertenversorgung wie Rollstühle oder Ausstattung ihrer Wohnstätte.

Malgosia mit ihrem Spazial-Elektrorollstuhl

Malgosia mit ihrem Spazial-Elektrorollstuhl

Aber auch bei diesen Hilfen mußte das Sanitätshaus Schaub alle Register ihres Könnens ziehen. Es wurde ihr ein elektrischer Multifunkionsrollstuhl angepasst, mit dessen Hilfe sie Dank der raffinierten Technik sogar selbst einsteigen konnte. Den Sitz konnte sie bis zum Boden runterfahren und dank ihrer Geschicklichkeit und Kraft selbstständig verlassen.

Sogar konnte sie den Sitz so weit nach oben steuern, so dass sie durchs Fenster zuhause schauen konnte.

Die Versorgung mit Armprothesen erwies sich als zu komplex und zu schwierig für ihre Behinderung und ihr Alter. Der ständig wachsenden Malgosia mußten oft die Schulterumrandung angepasst werden. Auch die Steuerung durch die Mulskelimpulse erforderte eine enorme Konzentration auf die ausgewiesenen Punkte in der Schultermuskulatur, die ein spontanes und lebenspraktisches Agieren unmöglich machte.

Malgosia mit den Armprothesen

Trotzdem konnte sie aber die Funktion ihr fehlenden Körperteile erfahren. Ihre Psychomotorische Wahrnehmung erfuhr einen förderlichen Impuls.

Und heute? Ja Malgosia ist kein Kind mehr. Sie ist 19 Jahre alt. Zu ihrem 18. Geburtstag wurde wir nach Koszalin eingeladen. Aus einem Kind ist ein heranwachsender Mensch geworden. Sie konnte sogar bis zu ihrem 15 Lebensjahr eine integrative Mittelschule besuchen. Da dieser Schulweg in Polen und in der Stadt Koszalin, eine weiterführende Schule nicht vorsah, entschlossen sich die Eltern Malgosia auf eine Schule für behinderte Kinder und Jugendliche zu schicken. In dieser Schule wird grosses Gewicht auf die praktische Bewältigung des Alltags durch Behinderte gelegt. Malgosia fand dort eine sehr angenehme und hilfreiche Ergänzung zu ihrem Zuhause, im dem sie sich sehr aufgehoben fühlt.

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Malgosia mit ihrem Spazierrollstuhl

Malgosia mit ihrem Spazierrollstuhl

Eine Familie

Eine Familie

Eine nachdenkliche Malgosia

Eine nachdenkliche Malgosia

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